SOMEBA – SOcial MEdia in Literacy and BAsic Skills Programmes

Die Social Media-Entwicklung der letzten Jahre hat tiefgreifende Auswirkungen auf fast alle gesellschaftlichen Bereiche. Neben Veränderungen in den Bereichen der Wirtschaft (Enterprise 2.0, Social Media Marketing etc.) haben sich auch die persönlichen Routinen der Menschen vollkommen gewandelt. Dieser enorme Umbruch hat zweifellos viele Möglichkeiten und Chancen geschaffen, aber auch neue Klüfte zwischen Beteiligten und Nichtbeteiligten (Digital Gap) tun sich auf.

Die Entwicklung einer Sozial Media Gesellschaft hat letztlich große Auswirkungen auf den Bildungsbereich. Es stellt sich dort nämlich die zentrale Frage, was Bildung leisten muss/kann, damit Menschen Social Media zu ihrem eigenen Wohle und letztlich zum Vorteil der Gesellschaft einsetzen können und eine Spaltung in “sozial-media-connected” und “social-media-disconnected” vermieden wird. Dabei spielen besonders schlecht gebildete und bildungsferne Personengruppen eine wichtige Rolle, denn sie sind derzeit weitgehend von der Social Media Welt ausgeschlossen. Sie übersehen, sofern sie Teil der Online-Welt geworden sind, auch gern die Gefahren, die diese Welt mit sich bringt. Aus diesen Befunden leiten sich mehrere bildungsrelevante Themenfelder ab, die konkreten Handlungsbedarf im Bereich der Erwachsenenbildung und vor allem im Bereich der Erwachsenenbildung sozial Benachteiligter und der Basic Skills Education mit sich bringen:

1) Social Media Kompetenz (Sozial Media Literacy)
Der Umgang mit Social Media und die damit verbundenen Kompetenzen (Kommunikative Kompetenz, Technologie- und Informationskompetenz) werden zunehmend zu zentralen Grundkompetenzen einer modernen Gesellschaft und entscheiden mitunter auch, ob Menschen partizipieren können. Dies ist ein zentrales Lernfeld für die Bildung und fokussiert zwei Bereiche: Welche konkreten Kompetenzen müssen Lernende für einen positiven Umgang mit Sozial Media entwickeln und wie können diese Kompetenzen niederschwellig vermittelt werden (methodisch, didaktisch). Es gibt derzeit relativ wenig Know-how darüber, wie man in der Basisbildung diesem Phänomen positiv begegnen kann, häufig werden lediglich die Gefahren von Sozial Media diskutiert.

2) Social Media als Chance für Bildungseinrichtungen
Es gibt im Bereich der Erwachsenenbildung/Basisbildung derzeit noch keinen Austausch darüber, was Social Media für Einrichtungen konkret bedeutet und mit welchen Strategien Social Media positiv für das Bildungsmarketing genutzt werden kann. Chancen liegen zweifellos im Bereich des Sozial Media-Marketing (z.B. Aufbau von Communities für Lernende, Bildung kann zum Thema gemacht werden) oder im Bereich der Kommunikation mit Lernenden.

3) Social Media als Werkzeug im Unterricht
Neue Technologien bringen häufig auch motivierende Elemente mit sich und bieten deshalb viele Chancen für den Einsatz im konkreten Unterrichtsgeschehen. Sozial Media eröffnet etwa kostengünstige Möglichkeiten der Kommunikation, bietet viele Anlässe schriftlich zu kommunizieren oder gemeinsam zu arbeiten (z.B. Lernblog, Kommunikation innerhalb einer Lerngruppe). Der Einsatz von Social Media im Unterricht von Erwachsenen bietet nicht nur neue Lernanreize sondern hilft auch, die Spaltung in „digital vernetzt“ und „digital nicht vernetzt“ zu überwinden. Im Bereich der Basisbildung fehlen derzeit noch entsprechende methodisch didaktische Konzepte, diese sollen im Rahmen von SOMEBA ausgelotet werden.

Die Partner in SOMEBA setzen sich folgende Ziele:

• Aufbau und Austausch von Know-how zum Einsatz von Social Media im Bereich Erwachsenenbildung für sozial benachteiligte LernerInnen durch Vernetzung von BildungsexpertInnen mit ExpterInnen der Social Media Szene
• Ausloten von Entwicklungsmöglichkeiten im Bereich (Bildungs-)Marketing und Kommunikation.
• Ausloten von Entwicklungsmöglichkeiten im Bereich des Unterrichts von bildungsfernen Erwachsenen zur Verhinderung/Überwindung des Digital Gap.
• Diskussion über Social Media-Bedürfnisse der Lernenden.
• Initiierung europaweiter Vernetzung und Einbindung von PraktikerInnen und ExpertInnen in die Diskussion.

Projektlaufzeit: 08/2011 – 07/2013
SOMEBA im Web

Projektpartner:
Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V. (BVAG ), Münster, DE
EB Zürich, Kantonale Berufsschule für Weiterbildung, Zürich, CH
Tekkeköy İlçe Milli Eğitim Müdürlüğü, Samsun, TR
Ud’Anet New Enterprise Technology, Torrevecchia Teatina, IT
inspire – Verein für Bildung und Management, Graz, AT (koordinierende Einrichtung).

Kontakt: max.mayrhofer@inspire-thinking.at

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